Projektseite Blaues Band

Blaues Band Deutschland

Gemeinsame Initiative für Deutschlands Flüsse und Auen

Deutschland hat eine beeindruckende und abwechslungsreiche Wasserlandschaft – mit zahlreichen Flüssen, Bächen und Seen sowie den Küsten an Nord- und Ostsee. Diese Gewässer sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und tragen mit ihrem Freizeit- und Erholungswert auch zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Menschen bei. Gleichzeitig sind Deutschlands große Flüsse als ausgebaute Wasserstraßen ein leistungsfähiger und wirtschaftlich unverzichtbarer Verkehrsträger. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, dass die Gewässer weiterhin ein hohes Mobilitätsniveau ermöglichen und gleichermaßen ökonomische, soziale und ökologische Ansprüche erfüllen.

Im aktuellen Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien auf das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ verständigt, um damit die Renaturierung von Fließgewässern und Auen zu fördern. Die im Eigentum des Bundes stehenden Wasserstraßen durchziehen wie ein blaues Band ganz Deutschland. Vor allem die sogenannten Nebenwasserstraßen, die heute für den Gütertransport praktisch ohne Bedeutung sind, sollen zukünftig gleichermaßen ökologisch entwickelt und für Freizeit und Erholung aufgewertet werden.

Mit diesem Ziel haben das Bundesverkehrsministerium und das Bundesumweltministerium gemeinsam die Initiative ergriffen, Deutschlands Wasserstraßen für die Herausforderungen der Zukunft fit zu machen und im Netz der Fließgewässer einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung aufzubauen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt:
„Deutschland hat eine einmalige Wasserlandschaft. Diesen Naturschatz wollen wir erhalten. Deshalb bringen wir das Bundesprogramm ‚Blaues Band Deutschland‘ auf den Weg. Wir wollen Flüsse, Kanäle, Auen und Küstengewässer zu einem bundesweiten Biotopsystem verbinden.“

Die Anforderungen an die deutschen Wasserstraßen haben sich gewandelt. Derzeit wird vor allem noch das Kernnetz der großen Flüsse und Kanäle für den Gütertransport genutzt. Dazu kommen allerdings zahlreiche Nebenwasserstraßen, auf denen kaum noch Fracht unterwegs ist. Sie haben oftmals noch naturnahe Gewässerstrukturen und dadurch ein hohes ökologisches Entwicklungspotenzial. An diesen Stellen setzt das „Blaue Band“ an.

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks:
„Mit dem Bundesprogramm ‚Blaues Band‘ haben wir die Chance, die nicht mehr für die Schifffahrt gebrauchten Nebenwasserstraßen einer neuen gesellschaftlichen Aufgabe zuzuführen. Damit setzen wir neue Akzente in Richtung Naturschutz, Hochwasservorsorge, Freizeit und Erholung.“

Das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ stellt einen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte dar. Es konzentriert sich zwar auf das Netz der Nebenwasserstraßen, definiert aber auch für die viel befahrenen Bundeswasserstraßen sogenannte „ökologische Trittsteine“: Zu solchen Renaturierungsmaßnahmen können die Wiederanbindung von Altarmen und Flutrinnen oder das Abflachen von Ufern gehören, sofern das auch mit dem Güter verkehr vereinbar ist. Wenn allerdings Fluss, Ufer und Aue als Ganzheit entwickelt werden, sind auch Flächen betroffen, die sich nicht im Eigentum des Bundes befinden. Hier könnten über ein Förderprogramm Anreize gesetzt werden, um die Wiederherstellung auentypischer Lebensräume zu unterstützenBild.

Kind im BootQuelle: Maria Pavlova; istockphoto.com

Mit den Bundeswasserstraßen befindet sich ein großer Teil der in Frage kommenden Fließgewässer im Eigentum des Bundes. Daher bietet es sich an, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit der Umsetzung des Bundesprogramms zu beauftragen, zumal diese ohnehin über das erforderliche Fachwissen und die notwendige Erfahrung verfügt. Dafür sind allerdings ein klarer rechtlicher Auftrag, angemessene Organisationsstrukturen sowie eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung notwendig.

Der angemessene und nachhaltige Umgang mit der Flusslandschaft als Lebens-, Wirtschafts- und Freizeitraum ist als Chance zu betrachten. Diese Chance wollen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gemeinsam nutzen.