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Modellprojekt Uferrenaturierung Laubenheim

Im Modellprojekt „Uferrenaturierung Laubenheim“ soll sich auf einer Länge von rund 2 km ein naturnahes Gleitufer entwickeln können. Durch die Anlandung von Sand und Kies entstehen Flachwasserbereiche, die einen strukturreichen Lebensraum für Fische und kleine Gewässertiere bieten.

Uferrenaturierung Laubenheim

Das Ziel

Mit dem Umbau des stark verbauten Ufers und dem Zulassen der natürlichen Entwicklung verbessern sich die ökologischen Funktionen des Lebensraumes „Ufer“. Es entwickeln sich neue Lebensräume für Flora und Fauna.
Auf den derzeit intensiv landwirtschaftlich und anderweitig genutzten Auenflächen sollen standorttypische Biotope geschaffen und die biologische Vielfalt gefördert werden. Die Stadt Mainz plant im nördlichen Bereich der Laubenheimer Aue ein Naherholungskonzept. Hier gilt es gemeinsame Interessen auszuloten.


Die Lage

Von Rhein-Km 490,6 bis 492,5 erstreckt sich das Modellprojekt Laubenheim auf der linken, rheinland-pfälzischen Uferseite in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen Mainzer Ortsteil. Die Aue wird im Westen vom Rheinhauptdeich
begrenzt. Nördlich angrenzend an das Projektgebiet plant die Stadt Mainz, ein Naherholungskonzept umzusetzen. Die angrenzenden Auenflächen werden im südlichen Bereich intensiv landwirtschaftlich genutzt. Ein Abschnitt, der ehemals als Campingplatz genutzt wurde, liegt derzeit brach. An ihn schließt sich westlich eine mit Auwald aufgeforstete Fläche bis zum Rheinhauptdeich an.
Die Uferböschung selbst ist mit einem Pflasterdeckwerk und Schüttsteinen verbaut. Der Betriebsweg der WSV verläuft in weiten Teilen unmittelbar am Ufer. Er ist von Hybrid- Pappeln gesäumt und wird als Radweg genutzt.

Die Maßnahmen

Das durchweg mit Pflasterdeckwerk verbaute Ufer wird entsteint. Damit sich das Ufer eigendynamisch entwickeln kann, wird der Betriebsweg verlagert. Die Hybrid-Pappeln werden teilweise entnommen. Auf diese Weise soll auf die eigendynamische Entstehung von „Buchten“ im Uferbereich hingewirkt werden.
Aufgrund der herrschenden Fahrrinnenverhältnisse ist es notwendig, Teile des südlichen Uferabschnittes zu sichern. Dies geschieht in ökologisch optimierter Form durch technisch-biologische Bauweise.
Die derzeit intensiv landwirtschaftlich und anderweitig genutzten Flächen der Aue sollen zur Entwicklung von standortgemäßen Biotopen vorbereitet und umgewandelt werden.

Die Projektpartner

Projektträger
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt
Mannheim
C8, 3
68159 Mannheim
wsa-mannheim@wsv.bund.de

Kooperationspartner

  • Stadt Mainz
  • Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd)

Wissenschaftliche Berater

  • Bundesanstalt für Wasserbau, Karlsruhe
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz
  • Bundesamt für Naturschutz, Bonn

Befliegung Laubenheim ("mDRONES4rivers")

Die Befliegung fand im Rahmen des Projekts "mDRONES4rivers" der Bundesanstalt für Gewässerkunde statt. Mittels Drohnenaufnahmen werden Vegetation und Uferstrukturen erfasst und klassifiziert. Die Informationen der turnusmäßigen Drohnenbefliegungen ermöglichen, die zu erwartenden Veränderungen im Detail zu beobachten.

Die Aufnahmen zeigen das Gelände des Modellprojekts Ufer- und Auenrenaturierung Laubenheim. Überflogen wurde das Teilgebiet 1 des Modellprojekts von Rhein-km 491,6 - 492,5.
Zum Aufnahmezeitpunkt im Juli 2019 war die Entsteinung des Uferdeckwerks gerade abgeschlossen, ebenso wie der Rückbau der Campingplatzanlagen. Der Betriebsweg war bereits in der voran gegangenen Herbst-/Winterperiode ins Landesinnere verlegt worden. Der Bagger erledigte letzte Aufräumarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes. Die offenen Flächen, die im Anschluss begrünt werden, sind deutlich erkennbar. Deutlich erkennbar ist auch das entsteinte Ufer, das seit dem Rückbau des Deckwerks vom Rhein gestaltet wird.

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde

Dauer: 3,16 Minuten