Projektseite Blaues Band

Modellprojekt "Weserschleifen"

Die Weser soll ihr Ufer im Bereich der Flussschleifen wieder stärker eigendynamisch formen können. So kann die Strukturvielfalt erhöht und neue Lebensräume entwickelt werden.

Weserschleifen

Das Ziel

Die Weser soll ihr Ufer im Bereich der Flussschleifen wieder stärker eigendynamisch formen können. So kann die Strukturvielfalt erhöht und neue Lebensräume entwickelt werden.

Zugleich wird die natürliche Verbindung von Fluss und Aue verbessert. Der Anschluss verschiedener Alt- und Abgrabungsgewässer an die Weser soll diese „Quervernetzung“ weiter stärken und verschiedene wertvolle Auenlebensräume entwickeln.

Für die im Projektgebiet vorkommenden Fischarten und Kleinlebewesen (Makrozoobenthos) werden Fortpflanzungs-, Ruhe- und Nahrungshabitate vernetzt. Auch für Wat- und Wasservögel, verschiedene Amphibienarten und Libellen wird die Vielfalt und Qualität verfügbarer Lebensräume gesteigert.

Die Lage

Das Projektgebiet liegt an der Mittelweser im nordwestdeutschen Tiefland nördlich von Minden zwischen den Orten Petershagen und Stolzenau. Hier formt die Weser als sandgeprägter Tieflandstrom zwischen Weser-km
217,3 und 238,0 zwei ausladende Flussschleifen. Im Süden liegt die Schleife „Petershagen“. Im Norden folgt wenige Kilometer stromab die Schleife „Schlüsselburg“. Sie durchlaufen verschiedene Naturschutzgebiete und das Vogelschutzgebiet „Weseraue“. Vor allem im Bereich der südlichen Schleife finden sich zahlreiche künstlich entstandene Teiche und Seen. Diese sogenannten Abgrabungs gewässer entstammen der Kiesgewinnung
und prägen bis heute die Auenlandschaft. Auf den Weserschleifen findet keine Frachtschifffahrt statt, da diese eine Abkürzung über Verbindungskanäle nimmt, auf denen sie die Schleifen umgeht.

Die Maßnahme

Im gesamten Projektgebiet wird die vor allem aus Schüttsteinen bestehende Ufersicherung entfernt und an geeigneten Stellen Totholz in das Gewässer eingebracht. Die Uferbereiche werden vor Viehvertritt und -verbiss geschützt, damit sich eine typische flussbegleitende Vegetation entwickeln kann.

Im Unterwasser der Staustufe Schlüsselburg ragen Buhnen quer zur Fließrichtung ins Gewässer. Zwischen den Buhnen, in den sogenannten Buhnenfeldern, entstanden längs zum Ufer Stillwasserzonen ohne Strömung. Um die strömungsberuhigten Lebensräume der „Buhnenfelder Schlüsselburg“ zu verbinden, werden Kerben in die Buhnenrücken eingebaut.

In den übrigen Teilbereichen, „Gleitufer Jössen“, „Grube Baltus“ und „Windheimer Marsch“, sind weitreichende Maßnahmen zur Verbindung von Auengewässern mit der Weser vorgesehen. Hierzu werden an verschiedenen Stellen Durchstiche im Böschungswall vorgenommen.

Die Projektpartner

  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Verden
    Hohe Leuchte 30
    27283 Verden
    wsa-verden@wsv.bund.de
  • Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt
    Standort Hannover
    Am Waterlooplatz 5
    30169 Hannover
    hannover.gdws@wsv.bund.de

Kooperationspartner

  • Bezirksregierung Detmold,
    Außenstelle Minden

Wissenschaftliche Berater

  • Bundesanstalt für Wasserbau, Karlsruhe
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz
  • Bundesamt für Naturschutz, Bonn