Projektseite Blaues Band

Uferrenaturierung Laubenheim

Projektgebiet

Von Rhein-km 490,6 bis 492,5 erstreckt sich das Projekt Uferentwicklung Laubenheim auf der linken, rheinland-pfälzischen Uferseite in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen Mainzer Ortsteil. Die Aue wird im Westen vom Rheinhauptdeich begrenzt.
Im südlichen Teilbereich B werden die angrenzenden Auenflächen intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Im nördlichen Teil A befand sich eine ehemals als Campingplatz genutzte Fläche. An diesen schließt sich eine Auwaldaufforstung bis zum Rheinhauptdeich an.

Ziele

Basierend auf einem Vorschlag des Naturschutzbund Rheinland-Pfalz (NABU RLP) aus dem Jahr 2009 zur Renaturierung des linken Rheinufers von Rhein km 490,95 – 492,5, ist Ziel des Projektes typische Uferlebensräume für Flora und Fauna zu schaffen.
Aus verfahrensrechtlichen Gründen wurde das Projektgebiet in Teil A (Rh-km 491,6-492,5) und Teil B (Rh-km 491,6-490,5) unterteilt. Der nördliche unterstromige Abschnitt (Projektgebiet Teil A) ist bereits umgesetzt. Eine Renaturierung der mit einem Pflasterdeckwerk und Schüttsteinen verbauten Uferböschung ist erfolgt.

Maßnahmen

Teil A
Das Uferdeckwerk wurde auf einer Länge von rund 0,9 km entnommen und die Übergangsbereiche zu dem noch bestehenden Deckwerk mit technisch-biologischen Maßnahmen gesichert.

Bagger entfernt die Schüttsteine am Ufer. Entfernen der Schüttsteinbedeckung am Ufer. Quelle: WSV

Vorübergehend gesichert wurde auch die Ein- und Austrittsstelle der Hochflutrinne, die in Projektteil B noch angeschlossen werden soll. Der unmittelbar am Ufer liegende und von Hybrid-Pappeln gesäumte Betriebsweg der WSV wurde ins Landesinnere verlegt und wird auch als gut befahrbarer Radweg genutzt.
Die Ufer begleitenden Hybrid-Pappeln wurden entnommen. Einige mächtige Hybrid-Pappel-Überhälter wurden als stehendes Totholz belassen. Die Dynamisierung des Ufers erfolgte durch mehrere Hochwasser sehr schnell.
Es entwickelt sich ein naturnahes Gleitufer. Durch die Anlandung von Sand und Kies entstehen Flachwasserbereiche, die einen strukturreichen Lebensraum für Fische und kleine Gewässertiere bieten. Allerdings ist nicht zu vermeiden, dass in der Böschung befindliche Reste der vorherigen Nutzung (wie ehemalige Steinsicherungen) mit jedem Hochwasser herauspräpariert werden.

Mit Schüttsteinen stark verbautes Rheinufer. Am Oberrhein ein üblicher Anblick: mit Schüttsteinen stark verbautes Ufer im Projektgebiet „Uferrenaturierung Laubenheim". Quelle: BAW

Blick auf einen entsteinten Rheinuferabschnitt. Entsteintes Laubenheimer Rheinufer ungefähr bei Mittelwasser. Durch die Dynamik des Flusses entstehen flache und steile Bereiche am Ufer und Flachwasserzonen im Fluss, auf die vor allem Jungfische angewiesen sind Quelle: WSV


Das Projektgebiet ist eingebunden in das Naherholungskonzept der Stadt Mainz.
Die angrenzende Auenfläche wurde ehemals als Campingplatz genutzt. Dessen Anlagen wurden im Auftrag der Stadt Mainz zurückgebaut. Auf den Flächen wurden standorttypische Biotope angelegt, darunter Wiesenareale in unterschiedlicher Ausprägung. Einige Abschnitte enthalten seltene Stromtalarten. Zudem wurden gruppenweise auetypische Bäume und Gehölze gepflanzt. In enger Kooperation mit den Partnern wurden besucherlenkende Maßnahmen zur extensiven Naherholung ergriffen.

Grünlandbrache mit viel Gestrüpp im Vordergrund, im Hintergrund sieht man marode Bauwerke. Zustand vor Maßnahmenumsetzung zeigt brachliegenden Campingplatz mit maroden Bauwerken. Quelle: WSV

Frisch eingesäte Grünlandfläche am Rheinufer. Wiederherstellung der Fläche des ehemaligen Campingplatzes mit regionalem Saatgut unmittelbar nach Fertigstellung. Quelle: Klebba

Teil B
Zwischen Rhein-km 490,6 und 491,6 soll ebenfalls das Deckwerk entnommen werden. Infolge geänderter hydraulischer Verhältnisse kommen technisch-biologische Ufersicherungen zur Anwendung, die die Uferstruktur bereichern.
Zudem soll eine Hochflutrinne in Teil A des Projektgebiets wieder an die Dynamik des Rheins angeschlossen werden.
Mit dem Umbau des stark verbauten Ufers verbessern sich die ökologischen Funktionen des Lebensraumes „Ufer“. Es entwickeln sich neue Lebensräume für Flora und Fauna.

Beschilderung
Im Projektgebiet klärt eine Informationstafel über die Ziele und Maßnahmen des Projektes auf.

Die Informationstafel wird enthüllt. Die Enthüllung der Informationstafel fand im Rahmen der Einweihungsveranstaltung des Modellprojekts „Laubenheim“ statt. Quelle: WSV

Befliegung Laubenheim („mDRONES4rivers“)
Die Befliegung fand im Rahmen des Projekts "mDRONES4rivers" der Bundesanstalt für Gewässerkunde statt. Mittels Drohnenaufnahmen werden Vegetation- und Uferstrukturen erfasst und klassifiziert. Durch die turnusmäßigen Drohnenbefliegungen können die zu erwartenden Veränderungen im Detail beobachtet werden.
Die Aufnahmen zeigen das Gelände des Modellprojekts Ufer- und Auenrenaturierung Laubenheim. Überflogen wurde das Teilgebiet A des Modellprojekts von Rhein-km 491,6 - 492,5.
Zum Aufnahmezeitpunkt im Juli 2019 war die Entsteinung des Uferdeckwerks gerade abgeschlossen, ebenso wie der Rückbau der Campingplatzanlagen. Der Betriebsweg war bereits in der voran gegangenen Herbst-/Winterperiode ins Landesinnere verlegt worden. Der Bagger erledigte letzte Aufräumarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes. Die noch offenen Flächen, die erst im Anschluss begrünt wurden, sind deutlich erkennbar. Ebenso wie das entsteinte Ufer, das seit dem Rückbau des Deckwerks vom Rhein gestaltet wird.

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde

Dauer: 3,16 Minuten


Finanzierung

Die Kosten für Teil A von rund 800.000 € des Modellprojektes wurden aus den Investitionsmitteln für das „Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“ zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung von Teil B des Projektes erfolgt aus den Mitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.