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Anschluss der Grube Baltus

Projektgebiet

Das Projekt „Anschluss der Grube Baltus“ ist eines von insgesamt vier Teilprojekten des Modellprojekts „Weserschleifen“. Das Gebiet liegt, wie zwei weitere Teilprojekte, unterhalb des Wehres Petershagen in einer großen Weserschleife östlich der Ortschaft Hävern (Stadt Petershagen). Da Frachtschiffe über den Schleusenkanal Petershagen geführt werden, findet im Wehrarm keine Güterschifffahrt statt.

Bei der „Grube Baltus“ handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Dieses ist geprägt durch ein durch Kiesabbau entstandenes, naturnahes Gewässer und extensiv genutzten Wiesen. Große Teilflächen der Kiesabgrabung sind von naturnahen Uferstrukturen mit Flachufern, Inseln, Röhrichten, Ufergehölzen und vegetationsfreien Flächen geprägt. In der Umgebung des Stillgewässers liegen extensive Feuchtgrünländer, Grünlandsukzessionsflächen, Hochstaudenfluren sowie Weidegebüsche und sich entwickelnde Auwaldbereiche. Dieses Gefüge steht in einem funktionalen Verhältnis zu dem Abgrabungssee und ist regelmäßigen Überschwemmungen ausgesetzt.

Ziele

Ziel ist es, das Stillgewässer „Grube Baltus“ naturschutzfachlich aufzuwerten und mit der Weser zu vernetzen. Durch die daraus resultierende größere Wasserdynamik soll die Vielfalt und Qualität typischer, episodisch überschwemmter Auenhabitate gefördert werden. Diese sollen durch den Anschluss für Auen-Fischarten zugänglich gemacht werden. Ausbreitungsfähigkeit, Fortpflanzungsbedingungen und Rückzugsmöglichkeiten der Auen-Fischarten, wie beispielsweise dem Hecht, sollen hierdurch verbessert werden.

Maßnahmen

Um die „Grube Baltus“ an die Weser anzuschließen, werden im nördlichen und südlichen Teil des Gewässers Anschlussrinnen angelegt. Im Zuge dessen ist es geplant, Teile des abgegrabenen Bodens für die Bildung von neuen Flachwasserzonen zu nutzen. Die Entwicklung großflächiger Schwimmblatt- und Röhrichtzonen wird hierdurch gefördert. Das Einbringen von lagestabilem Totholz soll zur Habitatvielfalt beitragen. Auch ist es geplant, einen Teil des Weserufers naturnah zu gestalten. Uferverbau soll aufgenommen werden, sodass sich ein Gleitufer entwickeln kann. Indem eine freie Sukzession auf der Fläche zwischen Gewässer und Weser ermöglicht wird, sollen sich in Teilen des Projektgebiets Weich- und Hartholzauwald etablieren. Das artenreiche Grünland im Süden des Projektgebiets bleibt erhalten.

Schrägluftbildaufnahme: Blick auf das Stillgewässer (Grube Baltus), im Hintergrund ist die Weser zu sehen. Das Projektgebiet "Anschluss Grube Baltus" an der Mittelweser, westlich des Zusammenflusses von Schleusenkanal und Wehrarm Petershagen. Quelle: BfG (Knopp)

Finanzierung

In einer Machbarkeitsstudie wurde ein grober Kostenrahmen von 3.000.000,00 € (brutto) ermittelt.