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Gleituferentwicklung Jössen

Projektgebiet

Das Projekt „Gleituferentwicklung Jössen“ ist eines von insgesamt vier Teilprojekten des Modellprojekts „Weserschleifen“. Das Gebiet liegt im Wehrarm Petershagen südlich von Gernheim zwischen Nienburg an der Weser und Minden am linken Ufer. Da Frachtschiffe über den Schleusenkanal Petershagen geführt werden, findet im Wehrarm keine Güterschifffahrt statt.

Ziele

Aufgrund des Weserausbaus, bei welchem in der Vergangenheit unter anderem der Lauf begradigt und die Ufer befestigt wurden, sowie die angrenzenden Bereiche landwirtschaftlich genutzt wurden, sind die Uferbereiche mit ihren angrenzenden Auen zumeist strukturarm und besitzen nur ein geringes Habitat- und Artenspektrum. Ziel des Projektes ist es, bereits vorhandene Auenstrukturen wieder an die Weser anzuschließen und die Uferlinie inklusive des Uferrandstreifens ökologisch aufzuwerten. Mit der Anbindung und Reaktivierung der Hochflutrinne soll die Qualität des Gebiets als Lebensraum für Tiere und Pflanzen wechselfeuchter und nasser Auenstandorte gesteigert werden. Aufgrund der Lage in einem Vogelschutzgebiet war bei der Maßnahmenplanung die Schaffung von Nahrungshabitaten für die in dem Bereich brütenden Vogelarten (z. B. Weißstorch) von besonderer Bedeutung. Die eigendynamische Entwicklung einer standorttypischen Ufervegetation schafft neue Rückzugs- und Fortpflanzungshabitate für Brutvögel und weitere Tierarten. Durch die Erhöhung der Strukturvielfalt im Bereich der Uferlinie wird das Angebot an Habitaten für lebensraumtypische Fischarten und Kleinlebewesen (Makrozoobenthos) verbessert.

Einbau von Erosionsschutzmatten zum Schutz des Anschlussgrabens vor rückschreitender Erosion. Einbau von Erosionsschutzmatten zum Schutz des Anschlussgrabens vor rückschreitender Erosion. Quelle: WSV (Januar 2019)

Südliche Flutrinne nach Maßnahmenumsetzung. Bei einem Wasserabfluss etwas  oberhalb von Mittelwasser strömt das Wasser der Weser durch den geschaffenen Anschluss in die Flutrinnen. Südliche Flutrinne nach Maßnahmenumsetzung. Bei einem Wasserabfluss etwas oberhalb von Mittelwasser strömt das Wasser der Weser durch den geschaffenen Anschluss in die Flutrinnen. Quelle: WSV (März 2019)

Maßnahmen

Zwei im Vorland des linken Weserufers verlaufende Hochflutrinnen wurden untereinander verbunden und im südlichen Bereich eine Verbindung zur Weser hergestellt. Bei einem Hochwasserereignis (ab 1 m über Mittelwasser) strömt das Wasser durch den geschaffenen Anschluss in die Hochflutrinnen. Durch die einseitige Anbindung bleibt das Wasser länger in den Rinnen stehen, wodurch die Ausbildung wechselfeuchter Auenstandorte gefördert wird.

Die Einrichtung eines 5 m breiten Uferstreifens, der zukünftig nicht mehr bewirtschaftet wird, ermöglicht die eigendynamische Entwicklung einer standorttypischen Vegetation. Die sich so entwickelnde Ufervegetation mit Gehölzen, Uferröhrichten und Hochstaudenfluren bietet Lebensraum für unterschiedlichste Vogelarten.

Das Einbringen von 11 Totholzelementen erhöht die Strukturvielfalt im Bereich der Uferlinie und führt zu einer Verbesserung des Habitatangebots für verschiedene Fischarten und Kleinlebewesen im Wasser.

Finanzierung

Die Gesamtkosten von 60.000 € wurden aus den Investitionsmitteln für das „Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Verfügung gestellt.