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Buhnenfelder Schlüsselburg

Projektgebiet

Das Projekt „Buhnenfelder Schlüsselburg“ ist eines von insgesamt vier Teilprojekten des Modellprojekts „Weserschleifen“. Das Gebiet liegt unterhalb des Wehres Schlüsselburg zwischen Nienburg an der Weser und Minden am rechten Ufer. Da Frachtschiffe über den Schleusenkanal Schlüsselburg geführt werden, findet im Wehrarm keine Güterschifffahrt statt.

Ziele

Aufgrund des Weserausbaus, bei welchem in der Vergangenheit unter anderem der Lauf begradigt und die Ufer befestigt wurden sowie der intensiven Weidenutzung, sind die Uferbereiche im Projektgebiet zumeist strukturarm und besitzen nur ein geringes Habitat- und Artenspektrum. Ziel des Projektes ist es, die Uferbereiche im Projektgebiet zu flach ansteigenden und somit temporär überschwemmbaren Uferzonen mit standorttypischen Pflanzenbeständen zu entwickeln.
Durch die Verbindung der strömungsberuhigten Buhnenfelder und die Auszäunung des Uferstreifens, soll hier die Strukturvielfalt erhöht und somit die Etablierung von vielfältigen Habitaten am Weserufer gefördert werden. Gleichzeitig soll der Dominanz der nicht heimischen Schwarzmundgrundel (Neozoon) entgegengewirkt werden, indem einheimische Arten, wie Jungfische von Steinbeißer und Barbe, von den geschaffenen Strukturen profitieren.

Maßnahmen

Am rechten Weserufer wurde auf etwas mehr als einem Kilometer das bislang stark überformte und strukturarme rechte Weserufer ökologisch aufgewertet. Im Zuge der Maßnahmen wurden die am Ufer vorhandenen Buhnen – aufgeschüttete Dämme, welche meist rechtwinklig in den Fluss hineinragen – umgestaltet.
Neun der insgesamt 19 Buhnen am Ufer wurden mit großen, kerbenförmigen Öffnungen versehen, sodass die Bereiche zwischen den Buhnen, die Buhnenfelder, nun auch bei Niedrigwasser dauerhaft durchströmt werden können. Dies ermöglicht, dass sich vor allem für Jungfische und Kleinlebewesen neue Lebensräume ausbilden und vorhandene Habitate aufgewertet werden.

Blick auf das Weserufer und die gekerbten Buhnen. Mit Wasserbausteinen gesicherte Durchlässe in den Buhnenrücken ermöglichen eine leichte Durchströmung der Buhnenfelder bei Mittelwasser. So wird die Strukturvielfalt erhöht, wovon vor allem Fischarten und Kleinstlebewesen profitieren. Die Regelungsfunktion der Buhnen bleibt erhalten. Quelle: WSV (August 2019)

Damit sich eine naturnahe Uferstruktur entwickeln kann, wurden die Uferbefestigungen in den Buhnenfeldern entfernt. Zur weiteren Strukturanreicherung wurden Totholzstämme in die Buhnenfelder eingebracht und verankert. Hierdurch kann sich im Uferbereich wieder das fließgewässertypische Mosaik aus Buchten, flachen Kolken und unterschiedlichen Sedimenten ausbilden – Biotope, auf die vor allem die Jungtiere vieler Fischarten angewiesen sind.
In stärker angeströmten Bereichen sichern alternative Uferbefestigungen wie z. B. Weidengeflechte die vorhandenen Uferabbrüche und beugen übermäßiger Erosion vor.

Nicht bewachsener Uferbereich der Weser mit einem Weidenflechtzaun im unteren Bereich. Technisch-biologische Ufersicherung mit Weidenflechtzaun schützt vor punktueller Flächenerosion an gefährdeten Uferabschnitten. Quelle: WSV (August 2019)

Oberhalb der Böschung ist ein Weidezaun aufgestellt worden, um das Weidevieh fernzuhalten und die Entwicklung eines Uferrandstreifens mit ufertypischen Gehölzen und Hochstaudenfluren zuzulassen. Bereits in der ersten Vegetationsperiode nach Abschluss der Bauarbeiten, konnte ein vermehrter Aufwuchs dieser typischen Pflanzenarten wechselfeuchter Standorte beobachtet werden. Ebenfalls stellten sich in den Buhnenfeldern neben ersten flacheren Uferabschnitten Steilufer ein, in die bereits der Eisvogel einzog.

Uferbereich der Weser mit angrenzender Grünlandweide, getrennt durch einen Weidezaun. Ein Weidezaun, der bei Hochwasser teilweise abgebaut werden kann, schützt das Projektgebiet vor Vertritt und Verbiss durch Weidevieh. So kann ein Gewässerrandstreifen mit standorttypischer Vegetation aufwachsen. Quelle: WSV (August 2019)

Finanzierung

Die Gesamtkosten von 446.000 € wurden aus den Investitionsmitteln für das „Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Verfügung gestellt.