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Flussspaltung Windheimer Marsch

Projektgebiet

Das Projekt „Flussspaltung Windheimer Marsch“ ist eines von insgesamt vier Teilprojekten des Modellprojekts „Weserschleifen“. Das Projektgebiet liegt im Wehrarm Petershagen zwischen Nienburg an der Weser und Minden. Da Frachtschiffe über den Schleusenkanal Petershagen geführt werden, findet im Wehrarm keine Güterschifffahrt statt.
Die „Windheimer Marsch“ ist ein rund 90 Hektar großes Naturschutzgebiet am rechten Weserufer zwischen den Ortsteilen Gernheim und Windheim der Stadt Petershagen in Nordrhein-Westfalen. Mehrere durch Kiesabgrabungen entstandene Stillgewässer unterschiedlicher Größe mit teilweise naturnahen Uferbereichen bilden zusammen mit Auwaldfragmenten und dem umgebenden Feuchtgrünland wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Die unterschiedlichen Biotope bilden ein funktionales Gefüge, das regelmäßig Hochwassern der Weser ausgesetzt ist.
Das insgesamt ca. 25 ha große Projektgebiet am Wehrarm Petershagen umfasst die unmittelbar an die Weser angrenzenden Stillgewässer und die umgebenden Grünlandflächen in der „Windheimer Marsch“ sowie ca. 1,5 km des rechten Weserufers.

Fließgewässer im Vordergrund, im Hintergrund ist ein mit Sträuchern und Bäumen bewachsenes Ufer zu sehen. Weser-Gleitufer mit verlandeten Buhnenfeldern im Projektgebiet Windheimer Marsch. Quelle: BfG (Lütz)

Ziele

Ziel des Projekts ist die Schaffung eines neuen Seitenarms der Weser, in dem zukünftig eine weitestgehend eigendynamische Entwicklung stattfinden kann. Durch die Anbindung weiterer Stillgewässer an den neu entstandenen Flussarm soll die Überflutungsdynamik gesteigert und damit die Vielfalt und Qualität typischer episodisch überschwemmter Auenhabitate in der „Windheimer Marsch“ gefördert werden. Zudem sollen die Ufer der Weser sowie die Stillgewässer strukturell aufgewertet werden, um insgesamt eine deutliche Verbesserung des Habitatangebots für Fische, Makrozoobenthos, Vogelarten sowie seltene Pflanzenarten aquatischer und amphibischer Standorte zu erreichen.

Maßnahmen

Für die Flussspaltung wird ein parallel zur Weser verlaufendes Stillgewässer über Anschlussrinnen beidseitig an die Weser angebunden. Der so neu entstehende Seitenarm der Weser soll mit zwei weiteren Stillgewässern verbunden werden. Ein Teil des abgegrabenen Bodens soll in den Teichen zur Gestaltung von Flachwasserbereichen für ausgedehnte Röhricht- und Schwimmblattzonen wiederverwendet werden. Mit der Anlage von Sand- und Kiesbänken sowie Steilufern und der Verankerung von Totholzstämme sollen weitere Mikrohabitate für Makrozoobenthos und unterschiedliche Fischarten geschaffen werden. Durch ungestörte Sukzession soll die Etablierung von Weich- und Hartholzauwald auf den an die Stillgewässer angrenzenden Flächen gefördert werden. Das artenreiche Grünland der Windheimer Marsch bleibt durch eine extensive Bewirtschaftung erhalten.

Finanzierung

Ein erster Kostenschätzung beläuft sich auf 7.000.000,00 € (brutto).